Der ganz normale Wahnsinn

Optimistisch realistisch

Wieso sind wir nie mit dem zufrieden, was wir haben?
Nacht für Nacht dieselbe Frage, die mich wachhält, mir den Schlaf raubt und meine Träume heimsucht. Tag für Tag dieselbe Frage, die mich zweifeln lässt, an dem was ich denke, was ich sage, was ich tu.
Gern geb ichs nicht zu, aber auch ich gehöre manchmal nur zu den Scheinoptimisten, die an Stellen im Skript lächeln, an denen sie lieber weinen würden, die zu anderen sagen "alles ist gut" und zu sich selbst "alles ist scheiße". Die so unbekümmert fröhlich aussehen, obwohl der Wirrwarr an Gedanken, an Sorgen dabei ist einen zu brechen.

Ich gebs nicht gern zu, aber manchmal da will ich lieber Pessimist sein, mit der Regenwolke überm Kopf und das Leben in schwarz-weiß, denn sieht so nicht jeder Farbkleks gleich viel schöner aus? Eigentlich nenn ich mich selbst Optimist, doch wär ich lieber ein optimistischer Realist, der sich traut die Dinge beim Namen zu nennen. Der sagt "ja, es ist scheiße und doch gehts noch schlimmer". Alles besser als dieses "die Welt ist schön, du musst nur lächeln" immer.

Wir machen Fehler und das ist ok. Nein, mehr noch, das ist richtig so, das ist gut. Denn erst diese machen uns zu dem, wer wir sind. Ich wär gern ein optimistischer Realist, ich gebs gern zu, der nicht nachts in sein Buch schreibt, es wieder zuklappt und sagt "alles ist gut". Ich wär gern ein optimistischer Realist, der Gedanken nicht nur aufs Papier bringt, sondern ausspricht. Der sich Zweifel und Probleme eingesteht, denn mal ehrlich, auch der naivste Optimist hat hin und wieder ein Problemchen.

Und so hab ich auch meins. Nämlich zu sagen, was ich habe, was ich will. Nämlich zu wissen, was ich denke, was ich will. Ich sag Dinge, an die ich nicht denke und denk an dich, auch wenn ich es nicht sage.

3.5.15 20:32

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